{"id":1207,"date":"2026-01-14T05:59:00","date_gmt":"2026-01-14T05:59:00","guid":{"rendered":"https:\/\/hashtagbildung.at\/?p=1207"},"modified":"2026-01-29T12:03:05","modified_gmt":"2026-01-29T12:03:05","slug":"beziehung-statt-therapie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hashtagbildung.at\/index.php\/2026\/01\/14\/beziehung-statt-therapie\/","title":{"rendered":"Nicht jedes schwierige Kind braucht Therapie"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-a9c716e3 wp-block-columns-is-layout-flex\" style=\"margin-bottom:var(--wp--preset--spacing--50);padding-top:0;padding-right:0;padding-bottom:0;padding-left:0\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:80%\">\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"600\" height=\"425\" src=\"https:\/\/hashtagbildung.at\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/therapie.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1088\" srcset=\"https:\/\/hashtagbildung.at\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/therapie.jpg 600w, https:\/\/hashtagbildung.at\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/therapie-300x213.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:60%\">\n<h2 class=\"wp-block-heading has-ast-global-color-0-color has-text-color has-link-color wp-elements-2ee3673c79b55ef75021776f1e48bf9e\">Nicht jedes<br>schwierige Kind<br>braucht <strong>Therapie<\/strong> \u2013 aber jedes braucht Beziehung<\/h2>\n\n\n\n<p><em>Psychotherapeut und Kinder- und Jugendpsychologe Phil Ellmer \u00fcber die<br>M\u00f6glichkeiten und Grenzen von Psychotherapie und psychologischer Diagnostik<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><br><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<p><em>Immer mehr Kinder und Jugendliche k\u00e4mpfen mit psychischen Problemen, Angstst\u00f6rungen und Depressionen sind l\u00e4ngst keine Randerscheinung mehr. Lehrkr\u00e4fte sp\u00fcren das t\u00e4glich, Studien best\u00e4tigen es: Die Nachfrage nach psychologischer Hilfe steigt rasant, die Wartelisten f\u00fcr Ersttermine werden immer l\u00e4nger. In vielen dieser F\u00e4lle ist professionelle psychologische Begleitung dringend notwendig und unverzichtbar.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>P\u00e4dagog:innen leisten einen wichtigen Beitrag, indem sie auff\u00e4llige Entwicklungen wahrnehmen und ansprechen. Gleichzeitig gibt es aber immer wieder auch Eltern, die bekritteln, dass die Schwelle zur Weiterleitung an Psycholog:innen in manchen F\u00e4llen zu niedrig angesetzt sei. Dass es scheint, als w\u00e4re der Ruf nach Diagnose und Therapie schwieriger Sch\u00fcler:innen in einigen Schulen schon zur Routine geworden.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Wann ist psychologische Unterst\u00fctzung wirklich notwendig und sinnvoll? Und wie kann P\u00e4dagog:innen der Balanceakt zwischen berechtigter Sorge und vorschneller Delegation gelingen? Dar\u00fcber hat #bildung mit dem langj\u00e4hrigen Psychotherapeuten und klinischen Kinder- und Jugendpsychologen Phil Ellmer gesprochen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<h6 class=\"wp-block-heading\">Herr Ellmer, erleben Sie in Ihrer t\u00e4glichen Arbeit Eltern, die als Grund ihres Besuchs angeben, dass sie von der Schule ihres Kindes geschickt worden sind?<\/h6>\n\n\n\n<p>Das ist tats\u00e4chlich eine typische Situation. Eltern kommen zu mir, weil die Schule sie schickt \u2013 nicht, weil sie selbst einen Bedarf sehen. Oft k\u00f6nnen sie mir gar nicht genauer erkl\u00e4ren, was denn eigentlich das Anliegen ist. Sie selbst sehen die Notwendigkeit, ihr Kind in Psychotherapie zu geben, nicht und erleben ihren Besuch in meiner Praxis als Druck von au\u00dfen. \u201eDie Schule will wissen, was mit unserem Kind los ist\u201c, h\u00f6re ich oft von Eltern, die wegen eines psychodiagnostischen Befunds in meiner Praxis sind.<br>Die Kinder sp\u00fcren das nat\u00fcrlich. Sie erleben den Widerstand der Schule, die mit ihnen \u201eso\u201c nicht mehr weiterarbeiten m\u00f6chte. Sie erleben den Widerstand ihrer Eltern, die ihr Kind nicht zu regelm\u00e4\u00dfigen Terminen bringen m\u00f6chten, schon gar nicht, wenn dadurch zus\u00e4tzlich hohe Kosten entstehen. Den Termin beim \u201ePsycho\u201c erleben sie dann meist als Strafaktion und k\u00f6nnen auf meine Eingangsfrage \u201eWarum bist du denn heute bei mir?\u201c in den meisten F\u00e4llen gar nicht antworten.<br>Bei so viel Gegenwehr und Widerstand sp\u00fcre sogar ich selbst einen gewissen Widerstand, diesen unter Kinderpsycholog:innen als \u201eReparatur-Auftrag\u201c bezeichneten Fall \u00fcbernehmen zu m\u00fcssen. Letztendlich scheinen alle frustriert und ohnm\u00e4chtig zu sein. In solchen F\u00e4llen ist es dann sehr schwierig, Vertrauen aufzubauen \u2013 und ohne eine gewisse Offenheit kann Therapie nicht gelingen.<\/p>\n\n\n\n<h6 class=\"wp-block-heading\">Aber ist es nicht nachvollziehbar, dass P\u00e4dagog:innen Eltern schwieriger, verhaltensauff\u00e4lliger Kinder einen Besuch beim Psychologen oder Psychotherapeuten empfehlen?<\/h6>\n\n\n\n<p>Nat\u00fcrlich ist es das! Verhaltensauff\u00e4llige Kinder werden, einfach gesagt, als sehr anstrengend empfunden. Und zwar von allen: Schule, Eltern, Nachbar:innen, Gleichaltrigen und auch Psycholog:innen. Diese ablehnende Haltung sp\u00fcren die Kinder und begeben sich ihrerseits in Widerstand. Sie wollen uns vermitteln, alleine mit der Welt klarzukommen und keine Hilfe zu brauchen. Sie st\u00f6ren, schwindeln, sind aggressiv und haben emotionale Ausbr\u00fcche. Das muss f\u00fcr P\u00e4dagog:innen aufgrund der Rahmenbedingungen im Klassenzimmer eine echte Herausforderung darstellen, oft auch eine klare \u00dcberforderung.<br>Die nat\u00fcrliche menschliche Reaktion auf \u00dcberforderung ist der Versuch der Kompensation durch Kontrolle. Kontrolle und Struktur geben uns Sicherheit. Wir fordern strengere Regeln, drohen mit Konsequenzen, verlangen nach Aufkl\u00e4rung und Diagnose, weil wir uns dadurch eine klare Probleml\u00f6sung erhoffen. Wir wollen ein \u201ebraves Kind\u201c. Aber, um langfristig besser miteinander auszukommen, m\u00fcssen wir uns von der klassischen \u201eWenn-Dann P\u00e4dagogik\u201c verabschieden und unsere Haltung gegen\u00fcber den Kindern \u00fcberdenken. Kinder, die sich abgelehnt f\u00fchlen, gehen erst recht in den Widerstand. Sie sp\u00fcren unsere Hilflosigkeit und reagieren mit Trotz, Aggression oder R\u00fcckzug.<\/p>\n\n\n\n<h6 class=\"wp-block-heading\">Kann eine Diagnose in solchen F\u00e4llen nicht trotzdem hilfreich sein?<\/h6>\n\n\n\n<p>Der Ruf nach einer Diagnostik macht auf den ersten Blick schon Sinn. Aber sie wird oft \u00fcbersch\u00e4tzt.<br>Typische St\u00f6rungsbilder, die wir bei Sch\u00fcler:innen feststellen, sind St\u00f6rungen des Sozialverhaltens, oppositionelles Trotzverhalten, Angstst\u00f6rungen, Depressionen, Traumafolgest\u00f6rungen, vor allem mit Kontext Bindungstraumatisierung, und, bei Kindern mit Migrationshintergrund, Kriegstraumatisierungen. Dar\u00fcber hinaus finden wir neuronale Entwicklungsst\u00f6rungen, wie AD(H)S und Autismus-Spektrum-St\u00f6rungen.<br>Mit psychologischer Diagnostik k\u00f6nnen wir verhaltensauff\u00e4llige Kinder in Schubladen stecken. Aber was sind die n\u00e4chsten Schritte? Und wer muss diese machen?<br>Es gibt zwar zu jedem St\u00f6rungsbild fachlich hergeleitete Herangehensweisen, um auf l\u00e4ngere Sicht gesehen sozial erw\u00fcnschtes Verhalten zu erzielen, Menschen sind aber nun einmal individuelle Subjekte mit ihrer eigenen Geschichte und Pers\u00f6nlichkeit. Die Schubladisierung kann also nur zur ersten Orientierung dienen. Und sich mit jedem St\u00f6rungsbild und dem Umgang damit auseinanderzusetzen, w\u00fcrde den Rahmen jeder Lehrkraft sprengen. Selbst Eltern sind damit h\u00e4ufig \u00fcberfordert, und Sozialp\u00e4dagog:innen und Psycholog:innen haben oft nicht die n\u00f6tigen Ressourcen: Kostenlose Pl\u00e4tze sind rar und mit einigen Monaten Wartezeit verbunden.<\/p>\n\n\n\n<h6 class=\"wp-block-heading\">Was w\u00e4re eine m\u00f6gliche Alternative?<\/h6>\n\n\n\n<p>Aus Sicht der Feldtheorie entwickeln Menschen ihr Verhalten und ihre Pers\u00f6nlichkeit im Austausch mit ihrer Umgebung (Umwelt-Feld), also durch Interaktion mit Objekten, Personen und Ereignissen. Jede einzelne Situation, an der wir alle als Person, als Subjekt, als Gegen\u00fcber beteiligt sind, hat einerseits einen Effekt auf die Entwicklung eines Kindes, andererseits auf unsere pers\u00f6nliche.<br>Wenn also Beteiligte aufgrund vorangegangener Konflikte frustriert sind und Kinder mit regelm\u00e4\u00dfigen negativen R\u00fcckmeldungen \u00fcberfluten, werden die Kinder das ungewollte Verhalten wohl kaum ablegen, sondern eher ihr Trotzverhalten verst\u00e4rken. Ziehen Kinder sich zum Selbstschutz zur\u00fcck, finden wir kaum noch Zugang zu ihnen, wir verlieren den Kontakt. Gleichzeitig f\u00fchlen sich die Kinder alleingelassen und versuchen, ihre Probleme oder Entwicklungsaufgaben eigenst\u00e4ndig zu bew\u00e4ltigen, was allerdings h\u00e4ufig mit massiver \u00dcberforderung einhergeht.<br>Einen m\u00f6glichen Ausweg aus diesem Teufelskreis sehe ich weniger in einzeltherapeutischen Settings, sondern vielmehr in einer ph\u00e4nomenologischen Herangehensweise und in traumap\u00e4dagogischen Konzepten.<br>Eine ph\u00e4nomenologische Herangehensweise konzentriert sich weniger auf die Diagnostik, Deutung und Handlungsanweisung, sondern fokussiert sich aufs unmittelbar Erlebte, auf unsere Wahrnehmung und die unseres Gegen\u00fcbers.<br>Kinder und Jugendliche werden dabei unterst\u00fctzt, die Umgebung zu explorieren, Ph\u00e4nomene zu benennen und f\u00fcr Herausforderungen individuelle und konstruktive L\u00f6sungen zu finden.<br>Die Traumap\u00e4dagogik geht von der Annahme eines guten Grundes aus. Dass ein Verhalten aus einer Notwendigkeit heraus entstanden ist und nicht aus purer B\u00f6sartigkeit. Wir m\u00fcssen uns also die Frage stellen, was das Bed\u00fcrfnis hinter einem aktuellen Verhalten ist.<br>Eine wertsch\u00e4tzende Haltung und Verst\u00e4ndnis erm\u00f6glichen bejahende Beziehungserfahrungen und ein positives Selbstbild beim Kind. Beziehungssicherheit kann so wieder etabliert werden. Viele Kinder erleben Fremdbestimmung und Kontrollverlust im Alltag \u2013 Transparenz und Partizipation hinsichtlich Regeln und Entscheidungen k\u00f6nnen wieder Vertrauen in Hierarchien und Strukturen schaffen. Gef\u00fchle von Ohnmacht und Ausweglosigkeit relativieren sich.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns are-vertically-aligned-center is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-21bb9ca8 wp-block-columns-is-layout-flex\" style=\"border-top-style:none;border-top-width:0px;border-bottom-style:none;border-bottom-width:0px;margin-top:0;margin-bottom:0;padding-top:var(--wp--preset--spacing--30);padding-right:var(--wp--preset--spacing--40);padding-bottom:var(--wp--preset--spacing--30);padding-left:var(--wp--preset--spacing--40)\">\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"border-top-color:var(--wp--preset--color--ast-global-color-0);border-top-width:1px;border-right-style:none;border-right-width:0px;border-bottom-color:var(--wp--preset--color--ast-global-color-0);border-bottom-width:1px;border-left-style:none;border-left-width:0px;padding-top:var(--wp--preset--spacing--30);padding-right:var(--wp--preset--spacing--30);padding-bottom:var(--wp--preset--spacing--30);padding-left:var(--wp--preset--spacing--30);flex-basis:100%\">\n<p class=\"has-text-align-center\">Durch gute Erfahrungen, Freude und Beziehungen kann ein positives Konzept von Schule aufgebaut werden. Eine traumap\u00e4dagogische Haltung hilft P\u00e4dagog:innen, sich nicht in austauschbaren Konflikten zu verzetteln, sondern durch konsequente Beziehungsarbeit Struktur und Sicherheit zu etablieren.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<h6 class=\"wp-block-heading\">Was sollen P\u00e4dagog:innen nun konkret tun, wenn sie ein schwieriges Kind in der Klasse haben und der Unterricht massiv gest\u00f6rt wird?<\/h6>\n\n\n\n<p>Es gibt keine einfache Wenn-dann-Formel. L\u00e4sst man die elterliche und politische Verantwortlichkeit au\u00dfer acht, umfasst ein L\u00f6sungsansatz aber grunds\u00e4tzlich drei Bereiche.<br>Bereich 1 ist Pr\u00e4vention, um st\u00f6rendes Verhalten oder gar Eskalationen im Klassenzimmer m\u00f6glichst zu minimieren. In diesem Zusammenhang m\u00f6chte ich Lehrpersonen wirklich dazu motivieren, sich mit sozial- bzw. traumap\u00e4dagogischen Konzepten auseinanderzusetzen. Diese Konzepte vertreten einerseits eine beziehungsvolle Haltung und besch\u00e4ftigen sich andererseits intensiv mit einer klaren Haltung gegen\u00fcber Kindern sowie der Deeskalation von Konflikten.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns are-vertically-aligned-center is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-21bb9ca8 wp-block-columns-is-layout-flex\" style=\"border-top-style:none;border-top-width:0px;border-bottom-style:none;border-bottom-width:0px;margin-top:0;margin-bottom:0;padding-top:var(--wp--preset--spacing--30);padding-right:var(--wp--preset--spacing--40);padding-bottom:var(--wp--preset--spacing--30);padding-left:var(--wp--preset--spacing--40)\">\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"border-top-color:var(--wp--preset--color--ast-global-color-0);border-top-width:1px;border-right-style:none;border-right-width:0px;border-bottom-color:var(--wp--preset--color--ast-global-color-0);border-bottom-width:1px;border-left-style:none;border-left-width:0px;padding-top:var(--wp--preset--spacing--30);padding-right:var(--wp--preset--spacing--30);padding-bottom:var(--wp--preset--spacing--30);padding-left:var(--wp--preset--spacing--30);flex-basis:100%\">\n<p class=\"has-text-align-center\">Lehrkr\u00e4fte mit einer klaren, aber wertsch\u00e4tzenden Haltung sind f\u00fcr Kinder wichtige Bezugspersonen. Das kann therapeutischer wirken als jede Sitzung.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<p>Bereich 2 ist der tats\u00e4chliche Konflikt. Kommt es zu einem solchen, sind drei Punkte entscheidend: Klare Haltung zeigen (\u201eDieses Verhalten ist nicht akzeptabel\u201c), sich nicht auf Machtspiele mit den Sch\u00fcler:innen einlassen und ihnen keine weitere B\u00fchne bieten, sondern den Vorfall im Nachhinein, sehr klar und bestimmt, aber in Ruhe besprechen. Ausnahme sind Vorf\u00e4lle, in denen es zu Gewalt kommt. Diese m\u00fcssen nat\u00fcrlich sofort unterbunden werden.<br>H\u00e4ufen sich Vorf\u00e4lle, sollte \u00fcberlegt werden, Schulleitung, Eltern und psychosoziale Fachkr\u00e4fte zu l\u00f6sungsorientierten Gespr\u00e4chen einzuladen. Gerade bei regelm\u00e4\u00dfigem konflikthaften Verhalten kann die Verantwortung nicht nur beim Lehrpersonal liegen, sondern, wie bereits ausgef\u00fchrt, beim gesamten Umfeld der Sch\u00fcler:innen.<br>Bereich 3 ist die Reflexion \u2013 der pers\u00f6nliche Entwicklungsprozess. Wir lernen am besten, wenn wir Vorf\u00e4lle vorzugsweise gemeinsam mit Fachleuten reflektieren: Was ist passiert, wie ist es dazu gekommen, was hat funktioniert, was sind meine pers\u00f6nlichen Anteile, gibt es alternative L\u00f6sungsideen, und wie zufrieden bin ich mit dem Ausgang?<\/p>\n\n\n\n<h6 class=\"wp-block-heading\">Wann ist es denn tats\u00e4chlich sinnvoll, Eltern zu einem Psychologen oder einer Psychotherapeutin zu schicken?<\/h6>\n\n\n\n<p>Wenn ich als Lehrperson das Gef\u00fchl habe, mein sozial- oder traumap\u00e4dagogisches Repertoire ist ausgesch\u00f6pft und auch andere Angebote, wie Schulsozialarbeit, Schulpsychologie oder Supervision, nicht fruchten.<br>Aus meiner t\u00e4glichen Arbeit wei\u00df ich aber auch: Es muss ein Mindestma\u00df an Therapiebereitschaft vorhanden sein. Nur wenn Eltern und Kind mehr Sinn in den Terminen sehen, als dass \u201edie Schule uns dann eine Zeitlang in Ruhe l\u00e4sst\u201c, haben alle Beteiligten auch tats\u00e4chlich Chance auf einen konflikt\u00e4rmeren Schulbesuch und langfristige Ruhe. Hier braucht es h\u00e4ufig Motivationsarbeit, um Psychotherapie als Chance und nicht als Strafe zu vermitteln. Und eingefleischten Psychotherapie-Skeptiker:innen und Verweiger:innen m\u00fcssen in solchen F\u00e4llen klare Rahmenbedingungen f\u00fcr den weiteren Schulbesuch vermittelt werden.<\/p>\n\n\n\n<h6 class=\"wp-block-heading\">Das klingt nach viel gemeinsamer Verantwortung \u2026<\/h6>\n\n\n\n<p>Psychotherapie ist hilfreich, Situationen, Gef\u00fchle, Gedanken und Verhaltensweisen zu vertiefen, aber gerade bei Kindern sind es die Bezugspersonen im Alltag, die einen hohen Wirkfaktor auf deren Entwicklung haben.<br>Letztendlich soll Beziehung nicht nur als Mittel zum Zweck f\u00fcr Erziehung gesehen werden, sondern als prim\u00e4re therapeutische und p\u00e4dagogische Intervention. Nicht umsonst ist eines der wichtigsten Prinzipien der Traumap\u00e4dagogik \u201cBeziehung vor Erziehung\u201c.<br>Wenn wir alle, die sich im Umfeld der Kinder befinden, gemeinsam Verantwortung \u00fcbernehmen und konstruktiv auf sie wirken, dann wird sich auch in ihrer Pers\u00f6nlichkeit und ihrem Verhalten, zumindest langfristig, etwas ins Positive ver\u00e4ndern.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns has-border-color has-ast-global-color-0-border-color is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d5b568f wp-block-columns-is-layout-flex\" style=\"border-width:2px;margin-top:var(--wp--preset--spacing--60);margin-bottom:var(--wp--preset--spacing--60);padding-top:var(--wp--preset--spacing--30);padding-right:var(--wp--preset--spacing--30);padding-bottom:var(--wp--preset--spacing--30);padding-left:var(--wp--preset--spacing--30)\">\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:85%\">\n<p><em>Mag. Phil Ellmer MSc. ist Klinischer Kinder-, Jugend- und Familienpsychologe, Psychotherapeut<br>(Integrative Gestalttherapie) sowie Outdoorp\u00e4dagoge.<br>Seit 20 Jahren ist er im Kontext von Familie, Schule und Kinder- und Jugendhilfe t\u00e4tig und arbeitet zudem mit traumatisierten Menschen.<\/em><br><a href=\"http:\/\/www.biophil.at\"><em><strong>www.biophil.at<\/strong><\/em><\/a><\/p>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"431\" height=\"455\" src=\"https:\/\/hashtagbildung.at\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/phil.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1096\" style=\"width:122px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/hashtagbildung.at\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/phil.jpg 431w, https:\/\/hashtagbildung.at\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/phil-284x300.jpg 284w\" sizes=\"auto, (max-width: 431px) 100vw, 431px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<div style=\"height:36px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p style=\"padding-bottom:var(--wp--preset--spacing--20)\">Lesen Sie auch: <\/p>\n\n\n    <div class=\"random-posts-grid\">\n                    <div class=\"random-post-card\">\n\n                <a class=\"thumb\" href=\"https:\/\/hashtagbildung.at\/index.php\/2026\/01\/14\/kann-werbung-dick-machen\/\">\n                                            <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"300\" height=\"197\" src=\"https:\/\/hashtagbildung.at\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/teaser_Jugendsprache_hashtagbildung-300x197.jpg\" class=\"attachment-medium size-medium wp-post-image\" alt=\"Jugendsprache_hashstagbildung\" srcset=\"https:\/\/hashtagbildung.at\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/teaser_Jugendsprache_hashtagbildung-300x197.jpg 300w, https:\/\/hashtagbildung.at\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/teaser_Jugendsprache_hashtagbildung-768x505.jpg 768w, https:\/\/hashtagbildung.at\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/teaser_Jugendsprache_hashtagbildung.jpg 800w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/>                                    <\/a>\n\n                                    <div class=\"random-post-tag\">\n                        <a href=\"https:\/\/hashtagbildung.at\/index.php\/tag\/schule-2\/\">\n                            #schule                        <\/a>\n                    <\/div>\n                \n                <div class=\"title\">\n                    <a href=\"https:\/\/hashtagbildung.at\/index.php\/2026\/01\/14\/kann-werbung-dick-machen\/\">\n                        Heast?!                    <\/a>\n                <\/div>\n\n            <\/div>\n                    <div class=\"random-post-card\">\n\n                <a class=\"thumb\" href=\"https:\/\/hashtagbildung.at\/index.php\/2026\/01\/14\/werte\/\">\n                                            <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"300\" height=\"197\" src=\"https:\/\/hashtagbildung.at\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/werte_teaser-300x197.jpg\" class=\"attachment-medium size-medium wp-post-image\" alt=\"Werte\" srcset=\"https:\/\/hashtagbildung.at\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/werte_teaser-300x197.jpg 300w, https:\/\/hashtagbildung.at\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/werte_teaser-768x505.jpg 768w, https:\/\/hashtagbildung.at\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/werte_teaser.jpg 1000w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/>                                    <\/a>\n\n                                    <div class=\"random-post-tag\">\n                        <a href=\"https:\/\/hashtagbildung.at\/index.php\/tag\/bildung\/\">\n                            #bildung                        <\/a>\n                    <\/div>\n                \n                <div class=\"title\">\n                    <a href=\"https:\/\/hashtagbildung.at\/index.php\/2026\/01\/14\/werte\/\">\n                        Werte am Kipppunkt? 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