Bildungsauftrag
Medienkompetenz

Österreichische Jugendliche nutzen zwar immer öfter und intensiver Social-Media-Plattformen, gleichzeitig ist es laut einer aktuellen OECD-Studie allerdings nicht sehr gut um deren Medienkompetenz bestellt: Nur 60 % erklären, Internetquellen zu vergleichen und zu prüfen. Sie sehen Fehlinformationen und Fake News zwar als grundsätzliches Problem, ignorieren dieses in der täglichen Mediennutzung aber häufig.

Anfang Oktober hat der ORF mit Launch der Onlineplattform bildung.orf.at eine neue Bildungsinitiative gestartet, die Jugendliche zu einem kritischen und selbstbestimmten Umgang mit Medieninhalten befähigen soll. Partner sind die Tageszeitung Der Standard sowie die beiden gemeinnützigen Vereine Lie Detectors und Digitaler Kompass, die ihr langjähriges Know-how in Sachen Medienkompetenzbildung einbringen.
Auf bildung.orf.at findet man einen Überblick über das kostenlose Angebot für die Sekundarstufe: Workshops in Schulklassen oder im ORF, den 1. Medienkompetenztag für Lehrer:innen sowie digitale Unterrichtseinheiten.
Dass einige der Präsenzveranstaltungen, wie etwa die Faktencheck-Schwerpunktwoche, schon nach kurzer Zeit ausgebucht waren, spiegelt die Notwendigkeit derartiger Angebote wider. 800 Schüler:innen zwischen 10 und 19 Jahren hatten dort Ende Oktober die Möglichkeit, bei Workshops und Diskussionen am ORF-Mediencampus praktische Tipps aus dem journalistischen Alltag zu erhalten, um Falschinformationen in sozialen Medien hinkünftig besser zu erkennen.

Faktenfreitag-Workshops am ORF-Mediencampus

In diesem wöchentlichen Workshopformat sollen die Schüler:innen dazu angeleitet werden, ihren Medienkonsum bewusst zu reflektieren und Medieninhalte kritisch zu hinterfragen. Zusätzliches Highlight ist ein Rundgang durch verschiedene ORF-Produktionsstätten.

Workshops in Schulklassen

Im Rahmen dieser Workshops kommen ORF-Journalist:innen ins Klassenzimmer: persönlich oder per Videokonferenz. Buchbar sind 2-stündige Workshops für die Unter- und 3-stündige für die Oberstufe. Unterstufentermine sind laut Webseite allerdings erst wieder von Februar bis April 2026 verfügbar.

Digitale Unterrichtseinheiten

Neben den klassischen Workshops stehen auf dem Portal auch digitale Unterrichtseinheiten kostenlos und ohne Anmeldung zur freien Nutzung zur Verfügung. Diese Online-Workshops sind für den Einsatz im Klassenzimmer konzipiert, also im Klassenverband. Das heißt, dass entsprechende technische Infrastruktur vorhanden sein muss: Internetanbindung, Beamer oder ein großer Bildschirm sowie Lautsprecher.
Ein Host aus dem Journalist:innenpool des ORF führt über Videos durch den Online-Workshop: gibt Informationen, erteilt den Schüler:innen konkrete Aufgaben, die diese zu lösen haben, bevor das nächste Video gestartet werden kann, präsentiert Quizfragen usw.
Ein Leitfaden für Lehrkräfte, der zum Download zur Verfügung steht, enthält einen Ablaufplan, der konkrete Anleitungen für jene Teile des Online-Workshops enthält, die die Lehrkraft anleiten muss. Diese sind naturgemäß zahlreich vorhanden.
Aktuell (per 12.11.25) ist nur eine digitale Unterrichtseinheit für die Unterstufe freigeschaltet, und zwar zum Thema „Falschnachrichten und Verifikation“. ORF-Host dieser Einheit ist Philipp Maschl, der u.a. das ZIB-Magazin moderiert. Konzipiert ist der Online-Workshop für die Dauer von 2 Unterrichtseinheiten à 50 Minuten.
Klickt man sich als Lehrkraft ausgehend vom Leitfaden kurz durch das Angebot, kann man recht rasch feststellen, ob bzw. in welcher Form sich der Online-Workshop für den Einsatz im eigenen Unterricht eignet. Noch im November soll eine Variante dieses Online-Workshops für die Oberstufe starten. In weiterer Folge sind digitale Unterrichtseinheiten zu den Themenschwerpunkten „Sicher im Netz“ und „Demokratie & Medien“ geplant.

Medienkompetenztag für Lehrer:innen

Am 11. November standen die Pädagog:innen der Sekundarstufe im Fokus der Medienkompetenz-Initiative. Beim 1. Medienkompetenztag konnten sie in Vorträgen, Diskussionen und Workshops Input sammeln, um wichtige medienkritische Diskussionen mit den Schüler:innen führen und anleiten zu können. Dabei ging es nicht nur darum, wie Desinformation funktioniert und woran man Falschmeldungen oder manipulative Meldungen erkennen kann, sondern auch um Fragen, wie zum Beispiel jene, was Qualitätsjournalismus ausmacht oder wo die Unterschiede zwischen Journalist:innen und Influencer:innen liegen.
Nachdem die Veranstaltung in kurzer Zeit ausgebucht war, bleibt zu hoffen, dass es Nachfolgeveranstaltungen gibt bzw. ein digitales Angebot zur Lehrerweiterbildung erarbeitet wird.

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